Wissenswertes zum Geschäftsbericht
Der Geschäftsbericht des vergangenen Jahres erscheint jeweils im Mai des Folgejahres. Er enthält Finanzzahlen, Fakten und Informationen zu Entwicklungen in den Geschäftsfeldern von Stadtwerk Winterthur.
Der Geschäftsbericht 2025 gibt einen Überblick über das vergangene Jahr und zeigt, was Stadtwerk Winterthur erreicht hat.
Der Geschäftsbericht des vergangenen Jahres erscheint jeweils im Mai des Folgejahres. Er enthält Finanzzahlen, Fakten und Informationen zu Entwicklungen in den Geschäftsfeldern von Stadtwerk Winterthur.
Millionen
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Der Winterthurer Stadtrat hält an den durch mehrere Volksabstimmungen legitimierten Klimazielen fest: Bis 2040 sollen in Winterthur nicht mehr Treibhausgase ausgestossen werden, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Der Weg dahin ist eine Abkehr von fossilen Energieträgern. Winterthur setzt dabei zum einen auf eine verstärkte Nutzung der Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage (KVA), zum anderen auf eine Umstellung auf Strom bei der Mobilität sowie für Raumwärme und Warmwasser.
Bei der Erreichung dieser ambitionierten Ziele spielt Stadtwerk Winterthur eine wichtige Rolle. Der Versorgungs- und Entsorgungsbetrieb verantwortet zum einen die 2024 von der Stimmbevölkerung gutgeheissene Erneuerung der KVA. Die Nutzung der Abwärme wird dadurch effizienter, sodass sich ein grösseres Gebiet als bisher mit Fernwärme versorgen lässt. Zum anderen treibt Stadtwerk Winterthur den Ausbau der Wärmenetze voran.
Bei der Elektrifizierung von Komfortwärme und Mobilität legt Stadtwerk Winterthur die Basis dafür, dass Elektroladestationen ebenso ans Stromnetz angeschlossen werden können wie Wärmepumpenheizungen in jenen Gebieten, die sich nicht mit Fernwärme erschliessen lassen. Der höhere Bedarf an elektrischer Leistung führte 2025 unter anderem zu einer Verstärkung des Unterwerks Grüze, einer Erweiterung des Unterwerks Tössfeld sowie zu Planungsarbeiten für ein zusätzliches Unterwerk.
Zudem hat Stadtwerk Winterthur zusammen mit Stadtbus Winterthur an der Infrastruktur zur Elektrifizierung der Linie 7 gearbeitet.
Die Produktion erneuerbarer Energien ist dank zusätzlicher Solarstromanlagen auf städtischen Dächern weiter vorangekommen. Auch hat Winterthur Vereinbarungen zum Bezug von Solarstrom aus hochalpinen Photovoltaik-Anlagen abgeschlossen. Innerhalb der Kooperation Zürich Wind – das heisst zusammen mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich und dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich – hat Stadtwerk Winterthur zudem Publikumsveranstaltungen zu Windmessungen als Voraussetzung zum Bau von Windturbinen mitorganisiert.
Auch die Abwasserreinigung ist eine Aufgabe von Stadtwerk Winterthur. Strengere Vorgaben des Bundes, das Bevölkerungswachstum sowie in die Jahre gekommene Anlagenteile machen einen Ausbau und eine Erneuerung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) nötig. 2025 ist Stadtwerk Winterthur hier grosse
Schritte vorangekommen, sodass der Stadtrat dem Stadtparlament eine Abstimmungsvorlage überweisen konnte. Wie 2024 bei der KVA hat der Stadtrat auch hier eine externe Zweitmeinung eingeholt, die zu Verbesserungen der Vorlage geführt hat.
Marco Gabathuler, seit Mitte 2017 Direktor von Stadtwerk Winterthur, ist Ende Januar 2026 in Pension gegangen. Im Februar 2026 hat Martin Emmenegger die Leitung von Stadtwerk Winterthur übernommen. Der Stadtrat dankt Marco Gabathuler für seinen grossen Einsatz und wünscht Martin Emmenegger viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe.
Stefan Fritschi, Stadtrat, Vorsteher Departement Technische Betriebe
Mio. kWh
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Tonnen
Stellen Sie sich vor, Sie stehen morgens auf und haben keinen Strom, kein warmes Wasser zum Duschen, kein Trinkwasser für den Kaffee. Telefon und Internet funktionieren auch nicht. Wenn Sie es trotz dieser Schwierigkeiten an den Arbeitsplatz schaffen, können Sie wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt Ihrer Arbeit nachgehen. Dasselbe gilt, wenn der Abfall nicht mehr entsorgt oder das Abwasser nicht mehr gereinigt würde. Unser Leben wäre massiv eingeschränkt.
Ich kann Sie aber beruhigen: Stadtwerk Winterthur setzt alles daran, dass dies nicht eintritt. Allerdings nehmen die Risiken für die Ver- und Entsorgung zu. Die Auswirkungen der Klimaveränderung, das unsichere geopolitische Umfeld, aber auch die Dezentralisierung und Ökologisierung der Energieversorgung machen die Sicherstellung der Versorgung anspruchsvoller.
Stadtwerk Winterthur unternimmt deshalb viel, um seine Kundschaft vor Ausfällen zu schützen. Es gilt, rechtzeitig die notwendigen Investitionen in die Versorgungs- und Entsorgungsanlagen zu tätigen und im Ereignisfall schnell zu reagieren. 2025 haben wir unser Business Continuity Management überarbeitet, um sicherzustellen, dass die zentralen Geschäftsprozesse auch in einem Krisenfall funktionieren. Zudem haben wir Teile des Strom- und des Wärmenetzes sowie der Wasserversorgung erneuert und verstärkt. Des Weiteren werden die Anlagen zur Abwasserreinigung und zur Kehrichtverwertung saniert und ausgebaut. Unsere Mitarbeitenden stehen der Kundschaft tagtäglich zur Seite und kümmern sich um deren Anliegen.
Finanziell hat Stadtwerk Winterthur ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Gleichzeitig sind in den nächsten Jahren grosse finanzielle Lasten zu stemmen, unter anderem für die Erneuerung und Erweiterung der Kehrichtverwertungsanlage und der Abwasserreinigungsanlage.
Für mich persönlich ist nach achteinhalb intensiven Jahren bei Stadtwerk Winterthur und mehr als fünfunddreissig Jahren Berufsleben der Moment gekommen, mich in den Ruhestand zu verabschieden und in meinem Leben ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Ich danke allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren grossen und unermüdlichen Einsatz, den sie 2025 für die Stadt Winterthur und unsere Kundschaft geleistet haben. Ohne sie wären die gewohnte Energie-, Wasser- und Telekomversorgung sowie die Entsorgung nicht gewährleistet.
Ich bin überzeugt, dass sich Stadtwerk Winterthur auch in Zukunft erfolgreich weiterentwickelt und verlässlich für seine Kundschaft die Ver- und Entsorgung sicherstellt. Die Bildseiten dieses Geschäftsberichts geben einen Einblick in unseren vielseitigen Entsorgungsalltag.
Marco Gabathuler, Direktor Stadtwerk Winterthur
In der Abwasserreinigungsanlage wird der ersetzte Gasometer – ein Zwischenspeicher für das Klärgas – in Betrieb genommen. Er hatte 2023 einen gravierenden Schaden erlitten.
Um die neuen, strengeren Umweltauflagen zu erfüllen und um Kapazität für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen, muss die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Winterthur in den kommenden Jahren erneuert und erweitert werden. Dadurch steigt der Platzbedarf für die ARA. Der Stadtrat beschliesst deshalb in einem ersten Schritt die planungsrechtlichen Grundlagen. Dabei spielt der Umgang mit den Naturgütern und Lebensräumen eine zentrale Rolle.
Der Stadtrat beschliesst einen Kredit von 441 200 Franken für den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Halle 710 in Oberwinterthur. Die Anlage ist ausgelegt für eine Solarstromproduktion im Umfang des Verbrauchs von 79 durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten.
Hauseigentümer:innen, Liegenschaftenverwaltungen und Elektroinstallationsbetriebe sind das Zielpublikum an zwei Veranstaltungen am 9. und 10. April. Thema sind die Möglichkeiten des Eigenverbrauchs von Solarstrom sowie die Mess- und Abrechnungsdienstleistungen, die Stadtwerk Winterthur dazu anbietet.
Am 11. April besucht der Direktor des Bundesamts für Energie, Benoît Revaz, Stadtwerk Winterthur und lässt sich über die Teilstilllegung des Gasnetzes informieren.
Über 200 Personen nehmen am 15. Mai am Informationsanlass «Gebäudesanierung und Heizungsersatz» teil, den Stadtwerk Winterthur zusammen mit dem Verein «energie bewegt winterthur» durchführt. Am frühen Samstagmorgen, dem 24. Mai, kommt es in der Kehrichtverwertungsanlage zu einem Mottbrand. Dieser beschäftigt die Einsatzkräfte und die Fachleute von Stadtwerk Winterthur vor Ort das ganze Wochenende. Die Anlieferung von Kehricht ist auch am darauffolgenden Montag nicht möglich.
Der Stadtrat ändert die technischen Bedingungen betreffend Rücklauftemperatur der Fernwärme. Ab Oktober soll sie ganzjährig 50 statt 70 Grad Celsius betragen. Dies steigert die Leistung des Fernwärmenetzes, sodass künftig noch mehr Gebäude angeschlossen werden können. Für bestehende Anschlüsse gilt eine Übergangsfrist von zehn Jahren.
Am 12. Juni ging das neue Energieportal der Stadt Winterthur online. Es vereinigt die Energieberatung der Abteilung Energie und Technik des Departments Bau und Mobilität und die Energieberatung von Stadtwerk Winterthur so, dass der Auftritt nach aussen vereinheitlicht ist und Interessierte nur noch eine einzige Anlaufstelle – jene der städtischen Energieberatung – für alle Beratungsangebote haben. Hauptthemen des neuen Informationsportals sind der Heizungsersatz, Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Dach sowie energetische Gebäudesanierungen. Zudem informiert das Portal über mögliche Förderbeiträge.
Am 9. Juni nahm die Schweizer Stimmbevölkerung eine Änderung des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes an, den sogenannten Mantelerlass. Dieser hat wegweisenden Charakter und bringt diverse Neuerungen und Änderungen für die Stromversorgung der Schweiz und damit auch für Stadtwerk Winterthur.
Für die Erneuerung und Erweiterung der Winterthurer Abwasserreinigungsanlage überweist der Stadtrat den öffentlichen Gestaltungsplan samt Umweltverträglichkeitsbericht sowie die Zonenplanänderung zur Festsetzung an das Stadtparlament.
Der Stadtrat legt die Stromtarife für das Jahr 2026 fest. Die Tarife sinken vor allem aufgrund der Entspannung an den europäischen Energiemärkten. Im Durchschnitt liegt der Strompreis 2026 rund sieben Prozent tiefer als 2025.
Im September beginnen die Arbeiten für eine neue Wasserleitung zwischen der Grundwasserfassung Linsental und Kemptwis. Sie wird streckenweise im Spülbohrverfahren erstellt, also ohne Graben.
Aufgrund gestiegener Kosten erhöht der Stadtrat den Arbeitspreis der Fernwärme für die Kundengruppe Standard von 4,9 auf 5,4 Rappen pro Kilowattstunde. Trotzdem ist der Fernwärmepreis in Winterthur immer noch deutlich günstiger als in Zürich, Basel, Dietikon oder Bern.
Die Stadt Winterthur schliesst einen Stromliefervertrag ab über den Bezug von Solarstrom von der hochalpinen Solaranlage «Sedrun Solar». Die Laufdauer des Vertrags beträgt 20 Jahre. «Sedrun Solar» ist eine der ersten hochalpinen Grosssolaranlagen und geht 2025 teilweise in Betrieb. Hochalpine Solaranlagen tragen insbesondere im Winter zur Versorgungssicherheit bei.
Die Erneuerung und Erweiterung der Winterthurer Abwasserreinigungsanlage kostet voraussichtlich 276 Millionen Franken (ohne Mehrwertsteuer und Teuerung). Der Stadtrat überweist dem Winterthurer Stadtparlament im November eine entsprechende Kreditvorlage. Die Winterthurer Stimmbevölkerung wird 2026 über den Kredit abstimmen.
Stadtwerk Winterthur lanciert über 260 lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). So lässt sich ab 2026 lokal erzeugter Solarstrom im Quartier kaufen oder verkaufen. Wer Solarstrom produziert, erzielt mit einer LEG einen höheren Erlös für den eingespeisten Strom. Wer über eine LEG Solarstrom bezieht, erhält einen Rabatt auf das Netznutzungsentgelt.
Im November wird in der Kehrichtverwertungsanlage der elektrische Generator altershalber ausgewechselt. Die Stromproduktion muss deshalb unterbrochen werden, aber lediglich während sechs Tagen.
In einem Widerlager der Leonie-Moser-Brücke (Querung Grüze) geht eine neue Transformatorenstation in Betrieb. Sie versorgt nicht nur das stark wachsende umliegende Gebiet mit Strom, sondern in Zukunft auch eine weitere Gleichrichterstation für Stadtbus Winterthur. Dies ist wichtig für die geplante Elektrifizierung der Buslinie 7.
Am 11. Dezember gibt der Winterthurer Stadtrat bekannt, dass er als neuen Direktor von Stadtwerk Winterthur Martin Emmenegger ernannt hat. Dieser übernimmt seine Aufgabe am 1. Februar 2026. Er ist Nachfolger von Marco Gabathuler, der nach achteinhalb Jahren als Direktor in Pension geht.
Im Dezember kann im Unterwerk Grüze der letzte von vier neuen Transformatoren in Betrieb genommen werden. Seit 2024 wurden die vier bisherigen 25-Megawatt-Transformatoren durch 40-Megawatt-Modelle ersetzt, um den höheren Leistungsbedarf des versorgten Gebiets weiterhin befriedigen zu können.
Die Stadt Winterthur wird künftig Solarstrom von der hochalpinen Solaranlage «Sidenplangg» im Kanton Uri beziehen. Dazu hat sie einen langfristigen Liefervertrag für die Dauer von 20 Jahren abgeschlossen. Neben jenem mit «Sedrun Solar» (vgl. Oktober) ist dies für Winterthur ein weiterer Stromliefervertrag für den Bezug von hochalpinem Solarstrom.
Anfang Dezember erreichte Stadtwerk Winterthur einen Meilenstein: Seit Beginn der gesetzlich vorgeschriebenen Umstellung auf Smart Meter (intelligente, fernauslesbare Stromzähler) wurden 50 000 Stück installiert. Bis Ende 2027 werden alle alten Stromzähler ausgewechselt sein.
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Stadtwerk Winterthur
Kundendienst