Erneuerung der KVA in Winterthur

Die Verbrennungslinie 2 der Kehrichtverwertungsanlage steht am Ende ihrer technischen Lebensdauer und muss erneuert werden. Auch die Rauchgasreinigung, die Abwasserbehandlung und weitere Anlagenkomponenten müssen ersetzt werden.

Ersatz Verbrennungslinie 2 der KVA in Winterthur

Die Kehrichverwertungsanlage (KVA) von Stadtwerk Winterthur ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr in Betrieb. Die Verbrennungslinie 1 wurde bereits erneuert und ist seit 2012 in Betrieb. Nun steht die Verbrennungslinie 2 der KVA in Winterthur am Ende ihrer technischen Lebensdauer. Auch die Rauchgaswäscher beider Linien stammen aus den 1990er-Jahren und sind damit am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangt. Unsere Abfälle, die unsere Gesellschaft in hohen Mengen produziert, müssen auch weiterhin so entsorgt werden können, dass sie die Umwelt nicht schädigen und auch keine Krankheiten verbreiten. Eine zuverlässig funktionierende Anlage ist deshalb auch in Zukunft notwendig. Nebst der Verbrennungslinie 2 werden mit diesem Projekt auch weitere Anlagenkomponenten erneuert.

 

Am 22. September 2024 wird die Winterthurer Stimmbevölkerung über den dafür nötigen Kredit von 293 Millionen Franken (exkl. MwSt. und Teuerung) befinden.

Bei einem Ja der Stimmbevölkerung ist der Baustart für 2026 geplant, die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise voraussichtlich bis im Jahr 2031.

Bestandteile des Umbauprojekts

  • Verbrennungslinie 2 (Verbrennungsofen und Elektrofilter)

  • Rauchgasreinigung beider Linien

  • Abwasserbehandlung

  • Zwei neue Aschensilos mit Fassadenbegrünung

  • Heisswasserspeicher für die Fernwärme

  • Mehrere Photovoltaik-Anlagen

Legende

  • 1 Ersatz Ofen 2 und Elektrofilter 2

  • 2 Ersatz Rauchgaswäscher

  • 3 Neue Katalysatoren

  • 4 Neue Wärmetauscher

  • 5 Ersatz Abwasserbehandlungsanlage

  • 6 Zwei neue Wärmepumpen

  • 7 Neubau Heisswasserspeicher und Photovoltaik-Anlage

  • 8 Neubau Aschensilos mit Fassadenbegrünung

  • 9 Photovoltaik-Anlagen auf bestehenden Dächern

Die Bedeutung der KVA als Wärmelieferantin nimmt zu

Indem die Rauchgasreinigung auf den neusten Stand der Technik gebracht wird, kann künftig die Wärmeleistung der Fernwärme um rund 30 Prozent gesteigert werden. Dies bei der gleichen Abfallmenge von 190 000 Tonnen pro Jahr, welche die KVA nach der Erneuerung weiterhin verwerten kann. Damit wird die KVA künftig rund einen Drittel der in Winterthur benötigten Wärme liefern, statt der heutigen 20 Prozent. Die Bedeutung der KVA als Rückgrat der klimaschonenden Wärmeversorgung in der Stadt Winterthur nimmt damit nochmals stark zu und leistet somit einen massgeblichen Beitrag zu den klima- und energiepolitischen Zielen. Die Stadt Winterthur will bis 2040 netto null CO2-Emissionen erreichen. Dies hat das Winterthurer Stimmvolk 2021 in einer Volksabstimmung beschlossen.

Generationenprojekt mit ökologischen und energetischen Verbesserungen

Mit der Erneuerung wird die KVA energetisch, ökologisch und technisch auf den neusten Stand gebracht. Es werden verschiedene Verbesserungen umgesetzt:

 

  • Mit der Nutzung der Abwärme der neuen Rauchgasreinigungsanlage wird die Wärmeleistung der Fernwärme um 30 Prozent gesteigert.
  • Mittels Kondensation der Rauchgase kann gleichzeitig mehr als zehn Kubikmeter Frischwasser pro Stunde eingespart werden.
  • Durch weitere Verbesserungsmassnahmen in der Rauchgasreinigung werden die bereits heute unter den Grenzwert liegenden Stickoxid-Emissionen künftig den in der Luftreinhalte-Verordnung festgelegten Grenzwert sogar um rund 40 Prozent unterschreiten.
  • Mit der Rückgewinnung möglichst vieler Metalle und dem neu hinzukommenden Rezyklieren von Gips (bis zu 7,5 Tonnen Gips pro Tag) aus der Abwasserbehandlungsanlage trägt die KVA ausserdem zur Kreislaufwirtschaft bei.

Ökologische und energetische Verbesserungen

  • 30 Prozent Steigerung der Fernwärmeleistung 

  • Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

  • Unterschreitung des Grenzwerts der Luftreinhalte-Verordnung um 40 Prozent

  • Rezyklieren von bis zu 7,5 Tonnen Gips pro Tag

Kosten

Für die Erneuerung der KVA ist ein Kredit in der Höhe von 293 Millionen Franken (exkl. MwSt. und Teuerung) erforderlich. Der Betrag wurde Anfang 2023 berechnet. Eine Zweitmeinung durch ein Ingenieurbüro hat den Kostenvoranschlag überprüft und bestätigt. Die Kosten bewegen sich im üblichen Rahmen vergleichbarer Schweizer KVA-Projekte.

 

Die Erneuerung finanziert sich über die Einnahmen aus der Verbrennung von Abfall sowie dem Verkauf von Wärme und Strom. Das Projekt finanziert sich somit nicht über Steuergelder. Aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen (z.B. Einbau einer CCS-Anlage, Carbon Capture and Storage, oder dauerhaft weniger Abfall) lassen sich Gebührenerhöhungen zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschliessen.

KVA Stand heute

Die KVA  ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr in Betrieb. Die Verbrennungslinie 1 wurde bereits erneuert und ist seit 2012 in Betrieb. Nun steht die Verbrennungslinie 2 der KVA in Winterthur am Ende ihrer technischen Lebensdauer.

KVA nach Erneuerung

Eine zuverlässig funktionierende Anlage ist deshalb auch in Zukunft notwendig. Nebst der Verbrennungslinie 2 werden mit diesem Projekt auch weitere Anlagenkomponenten erneuert.

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