Erweiterungen ARA

Die Um- und Neubauten in der Winterthurer ARA umfassen drei Grossprojekte. Erfahren Sie auf dieser Seite, welche geplanten Erweiterungen in naher Zukunft anstehen. 

Grossprojekte für die nächsten Jahrzehnte

Die Um- und Neubauten in der Winterthurer ARA umfassen drei Grossprojekte: die zusätzliche Reinigungsstufe für die Elimination von Mikroverunreinigungen, den Neubau des Anlagenzulaufs und den Ausbau der Schlammbehandlung. Die Grossprojekte müssen in Etappen und zwingend eng aufeinander abgestimmt erfolgen, da gegenseitige Abhängigkeiten bestehen. Während der Bauarbeiten muss die Reinigung des Abwassers jederzeit gewährleistet sein.

 

Die Erweiterungen machen die Anlage zukunftsfähig. Sie berücksichtigen das Bevölkerungswachstum und modernisieren die Technik. Das Ziel ist, die Kapazität der Anlage bis etwa 2065 zu sichern.

Anstehende Grossprojekte

  • Zusätzliche Reinigungsstufe für die Elimination von Mikroverunreinigungen

  • Sanierung und Ausbau der biologischen Reinigungsstufe

  • Neubau Anlagenzulauf

  • Ausbau Schlammbehandlung

Erstes Grossprojekt «ARA West»

Die Winterthurer Stimmbevölkerung hat am 14. Juni die Vorlage über den Ausbau und die Erneuerung der ARA mit gut 92 Prozent deutlich angenommen und damit JA zum Kredit von 276 Millionen Franken (ohne Mehrwertsteuer und Teuerung) für das Projekt «ARA West» gestimmt. Mit dem Projekt «ARA West» werden verschiedene Erneuerungen und Erweiterungen umgesetzt, die unsere Gewässer schützen. Der Baustart ist für Ende 2027 geplant, die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise voraussichtlich bis Ende 2036.

 

Visualisierung mit den Erneuerungen in der ARA.

Zusätzliche Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen

Medikamente, Hormone und Kosmetika, aber auch andere Produkte enthalten über 30 000 verschiedene Chemikalien. Diese gelangen in kleinsten Konzentrationen ins Abwasser und werden deshalb als Mikroverunreinigungen bezeichnet. Herkömmliche ARA können Mikroverunreinigungen nicht oder nur teilweise entfernen. Mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe können Mikroverunreinigungen entfernt werden. Die Reinigungsstufe zum Entfernen von Mikroverunreinigungen ist eine gesetzliche Vorgabe des Bundes, die von den grossen ARA in der Schweiz, darunter auch Winterthur, umgesetzt werden muss. Der Bund finanziert 75 Prozent der Erstinvestitionen mittels einer gesamtschweizerischen Abwasserabgabe. Winterthur setzt für die Elimination der Mikroverunreinigungen auf ein Verfahren mit granulierter Aktivkohle.

 

Erneuerung der biologischen Reinigungsstufe 

Mit dem Um- und Neubau der Biologie, dem Umbau der Filtration sowie der Sanierung und dem Umbau der Nachklärung wird die biologische Reinigungsstufe erneuert. Die biologische Reinigung wird mit einem neuen Verfahren ausgerüstet, sodass künftig gemäss kantonalen Vorgaben 70 Prozent des Stickstoffs abgebaut werden kann (heute 50 Prozent). Die bestehenden östlichen Biologiebecken aus den 60er-Jahren werden durch neue, grössere Becken ersetzt. Die westlichen Becken aus den 90er-Jahren bleiben erhalten, werden jedoch umgebaut und saniert.

 

Stromversorgung modernisieren

Im selben Zug muss auch die Stromversorgung angepasst werden. Statt zwei werden künftig vier Transformatorenstationen die Stromversorgung sicherstellen. Damit der Betrieb auch bei einem Stromunterbruch funktioniert, wird die Notstromversorgung ausgebaut. Altersbedingt werden zudem weitere Anlagen, Komponenten und Gebäude saniert (z. B. Betriebsgebäude, Werkleitungskanal, Faulanlage).

 

Massnahmen zur ökologischen Nachhaltigkeit

Neben dem obersten Ziel, den Gewässerschutz zu verbessern, werden auch weitere Umweltmassnahmen umgesetzt. Auf dem gesamten Areal entstehen ökologisch wertvolle grüne Inseln mit Bäumen, Sträuchern und Hecken. Mehrere Dächer werden begrünt. Zudem sind mehrere Photovoltaik-Anlagen vorgesehen.

 

Kosten

Für den Ausbau und die Erneuerung der ARA (Projekt «ARA West») ist ein Verpflichtungskredit von 276 Millionen Franken (ohne Mehrwertsteuer und Teuerung) erforderlich. Das Projekt wurde durch eine unabhängige Zweitmeinung geprüft. Die Prüfung kam zu einer positiven Beurteilung. Die Erneuerung entspricht dem Stand der Technik. Die Kosten sind nachvollziehbar und dem Projektumfang angemessen.

 

Die Finanzierung erfolgt über Einnahmen aus den Abwassergebühren. Alle angeschlossenen Gemeinden beteiligen sich anteilsmässig. Aufgrund der anstehenden grossen Investitionen in die ARA und das Kanalisationsnetz (nicht Gegenstand der Abstimmungsvorlage Projekt «ARA West») wird eine Erhöhung der Abwassergebühren in den kommenden Jahren unumgänglich sein.

Erklärvideo Erweiterung ARA

Erfahren Sie in weniger als drei Minuten mehr über die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage in Winterthur.

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Stadtwerk Winterthur

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