Geschäftsbericht 2019

Organisation

«Ein verlässlicher Dienstleistungspartner»

«Kundinnen und Kunden im Monopolbereich zu haben, ist nur ein scheinbares Ruhekissen. In der Schweiz ist sowohl im Gasmarkt als auch im Strommarkt eine Marktöffnung für die Kleinkundschaft in Diskussion. Der Strommarkt für die Grosskundschaft (mehr als 100 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) ist bereits geöffnet. Wie viele andere Energieversorger muss sich auch Stadtwerk Winterthur die Frage stellen, wie es bei einem geöffneten Markt möglichst wenig Kundinnen und Kunden verliert.

 

Stadtwerk Winterthur setzt auf eine hohe Versorgungssicherheit und verlässliche Dienstleistungen. Was selbstverständlich tönt, erfordert stete Anstrengungen. Ein besonderes Augenmerk richtet Stadtwerk Winterthur auf neue Energiedienstleistungen, die weit über die gewöhnliche Lieferung von Strom oder Wasser hinausgehen. Das Versprechen «Wir bieten Komfort.» gilt auch hier.

 

2019 haben sowohl die Resultate der eidgenössischen Parlamentswahlen als auch die sogenannten Klimastreiks die Problematik des Verbrauchs fossiler Energieträger in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Stadtwerk Winterthur leistet einen grossen Beitrag zur Energiewende, zum Beispiel mit umweltverträglichen Angeboten. So ist auf das Produkt E-Strom.Grau – mit Strom aus fossilen und nuklearen Quellen – verzichtet worden. Die Reaktionen darauf haben gezeigt, dass sich viele Kundinnen und Kunden in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt fühlen. 2020 wird auch E-Gas.Grau wegfallen, womit das in Winterthur verbrauchte Gas entweder erneuerbar ist (Biogas) oder zumindest CO2-kompensiert. Stadtwerk Winterthur ist sich bewusst, dass attraktive Preise und wirtschaftliches Handeln ebenso notwendig sind wie klimaverträgliche Produkte.

 

Zur Energiewende trägt Stadtwerk Winterthur auch durch den Klimafonds Stadtwerk Winterthur bei. Er unterstützt unter anderem Innovationen zur CO2-Reduktion. Zudem geht Stadtwerk Winterthur mit gutem Beispiel voran, etwa durch den fortwährenden Umstieg auf Elektroantrieb bei der eigenen Fahrzeugflotte oder durch den Bau von Fotovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden. Für Stadtwerk Winterthur bestimmen die Ziele der Energiewende die Strategie.»

 

Stadtrat Stefan Fritschi, Vorsteher Departement Technische Betriebe

«Ein verlässlicher Dienstleistungspartner»
Stefan Fritschi, Stadtrat, Departementsvorsteher Technische Betriebe

«In anspruchsvoller Zeit gut unterwegs»

«Das Jahr 2019 ist für Stadtwerk Winterthur rund gelaufen. Die Zusammenarbeit mit Politik, Behörden, Geschäftspartnern, Medien und Öffentlichkeit war vertrauensvoll und konstruktiv. Die fast 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzentrierten sich auf ihre Hauptaufgaben: Die Stadt Winterthur mit Energie und Wasser zu versorgen und die Entsorgung von Abwasser und Kehricht zu gewährleisten. Für ihr Engagement gebührt ihnen der grosse Dank der Geschäftsleitung.

 

Stadtwerk Winterthur ist angesichts des derzeitigen Wandels in der Energiebranche – Stichworte sind zum Beispiel Energiewende, Digitalisierung oder Marktöffnung – auch stark gefordert. Zusätzlich zum Versorgungs- und Entsorgungsauftrag gilt es, vermehrt Energiedienstleistungen und vernetzte Energielösungen anzubieten. Ein Beispiel dafür sind Solarstromanlagen für Einfamilienhäuser, die bereits sehr gut nachgefragt werden. Stadtwerk Winterthur kümmert sich, je nach Bedürfnis der Kundschaft, zu einem monatlichen Fixpreis um Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb der Anlage. Für die Kundschaft ein Rundum-sorglos-Paket, das überdies das lokale Gewerbe in die Wertschöpfung einbezieht. Solche Angebote erfordern Anpassungen in der internen Organisation und bedeuten neue Anforderungen und veränderte Aufgaben für manche Mitarbeitende. Um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten, hat Stadtwerk Winterthur ein Projekt zur Organisationsentwicklung gestartet.

 

Auch auf strategischer Ebene spielt der Wandel in der Energiebranche eine grosse Rolle. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob angesichts der Forderung nach netto Null Tonnen CO2 bis 2050 das Gasnetz zurückgebaut werden soll. Eine andere Frage ist, wie fossile Energieträger durch weniger CO2-intensive Energieformen ersetzt werden können. Die Arbeiten an den strategischen Leitlinien für Stadtwerk Winterthur sind im Gange. Sie werden unter Einbezug der politischen Instanzen festgelegt. Um mit dem rasanten Wandel in der Energiebranche Schritt halten zu können, ist Stadtwerk Winterthur auf schnelle politische Entscheidungen angewiesen.

 

Das Bildthema des vorliegenden Geschäftsberichts sind Netze. In der Natur gibt es sie in verschiedensten Formen. Für Stadtwerk Winterthur sind Netze zentral: Strom, Gas, Wasser, Fern- und Quartierwärme, Telekommunikation – überall bilden Netze die unentbehrlichen Lebensadern der Stadt.»

 

Marco Gabathuler, Direktor Stadtwerk Winterthur

In anspruchsvoller Zeit gut unterwegs
Marco Gabathuler, Direktor Stadtwerk Winterthur

Personelles

Das auf Anfang 2019 in Kraft gesetzte neue Personalstatut der Stadt Winterthur hat sich bewährt. Es steigert die Attraktivität von Stadtwerk Winterthur als Arbeitgeber. Die allen Mitarbeitenden gewährte zusätzliche Ferienwoche führt allerdings wegen des gleichbleibenden Personalbestands zu einer erhöhten Arbeitsbelastung.

 

Anfang 2020 wird bei der Pensionskasse ein neues Vorsorgemodell eingeführt. Der Umwandlungssatz wird gestaffelt gesenkt, um die Rentenfinanzierung trotz steigender Lebensdauer und tiefer Anlageerträge besser sicherstellen zu können. Diese Umstellung hat 2019 zu mehr freiwilligen Frühpensionierungen als üblich geführt und damit auch zu einem höheren Aufwand für die Rekrutierung neuer Mitarbeitenden.

 

Um für die künftigen Herausforderungen optimal aufgestellt zu sein, haben 2019 punktuell organisatorische Anpassungen stattgefunden. Die Geschäftsfelder Haustechnik und Energie-Contracting sind organisatorisch zusammengeführt worden. Zudem sind beim Messwesen alle Zählermonteure von Stadtwerk Winterthur im Bereich Elektrizität und Telekom konzentriert worden. Eine organisatorische Trennung der Sparten Strom, Wärme, Gas und Wasser ergibt aufgrund des Rollouts von Smart Metern keinen Sinn mehr.

 

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements hat Stadtwerk Winterthur im Herbst 2019 ein Rauchstopp-Programm gestartet. Es stiess auf reges Interesse: Über dreissig Mitarbeitende haben daran teilgenommen.

 

Betriebliches Umweltmanagement

Stadtwerk Winterthur hat das Wasserreservoir Wolfensberg 2018 stillgelegt und 2019 zurückgebaut. An seiner Stelle ist eine kleine Teichlandschaft angelegt worden. Sie ist in der Grube entstanden, die nach dem Rückbau des Reservoirs zurückgeblieben ist. Dieser Mehrwert für die Natur erhöht die Biodiversität. Bereits besiedeln einige Gelbbauchunken das wechselfeuchte Gebiet.

 

Nach dem Neubau der Transformatorenstation Auwiesen im Jahr 2019 an der Eichliackerstrasse hat Stadtwerk Winterthur die Umgebung naturnah gestaltet. Es ist eine kleine Naturoase entstanden, welche bedrohten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet.

 

Wenn bei der Fahrzeugflotte Erneuerungsbedarf besteht, ersetzt Stadtwerk Winterthur Benzin- und Dieselfahrzeuge nach Möglichkeit durch Elektrofahrzeuge. 2019 hat Stadtwerk Winterthur als erster städtischer Betrieb einen vollelektrischen Lieferwagen der 3-Tonnen-Klasse in Betrieb genommen.

 

Bildausschnitt Spinnennetz
Bild Legende:

Produktion

Energie aus eigenen Anlagen

Die bedeutendste Anlage von Stadtwerk Winterthur zur Produktion von Energie ist die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in der Grüze. Sie hat auch 2019 zuverlässig Strom produziert, der rund einem Fünftel des Winterthurer Verbrauchs entspricht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Produktion um mehr als 12 Prozent gestiegen, da die Produktionsmenge 2018 aufgrund einer Turbinenrevision reduziert gewesen ist. Die in der KVA erzeugte Fernwärme deckt gut einen Sechstel des Wärmebedarfs von Winterthur. 2019 hat die abgesetzte Fernwärme aufgrund von neu angeschlossenen Liegenschaften um rund 7 Prozent zugenommen.

 

2019 hat Stadtwerk Winterthur dreizehn neue eigene Fotovoltaikanlagen erstellt und in Betrieb genommen. Neun der Anlagen sind als E-Solardach.Single auf Einfamilienhäusern realisiert worden.

 

Eigenproduktion in Beteiligungsgesellschaften

Zur Steigerung der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien ist die Stadt Winterthur vertreten durch Stadtwerk Winterthur an den zwei Gesellschaften Swisspower Renewables AG und Aventron Holding AG beteiligt. Diese verfügen über zahlreiche Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke in der Schweiz und in verschiedenen Ländern Europas.

 

Am 26. August 2019 hat der Grosse Gemeinderat der Stadt Winterthur beschlossen, die bestehende Beteiligung an der Aventron AG in die Aventron Holding AG einzubringen. Diese hält eine Mehrheit an der Aventron AG. So hat sich die Stadt Winterthur – zusammen mit den beiden anderen Aktionären der Aventron Holding AG (Primeo Energie und Energie Wasser Bern) – ihre Mitsprache und ihre strategische Einflussnahme gesichert.

 

Die Aventron AG hat im Herbst 2019 auf dem Dach der Zweigniederlassung Perlen (LU) von Aldi Schweiz eine Fotovoltaikanlage mit einer Maximalleistung von 6,5 Megawatt realisiert. Die Anlage ist damit eine der grössten Solarstromanlagen der Schweiz. Dies ist nur ein Beispiel, wie die Stadt Winterthur über ihre Beteiligungen indirekt einen Beitrag zur Energiewende in der Schweiz und in Europa leistet.

 

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Versorgung

Strom

Der Rollout von Smart Metern (intelligenten Stromzählern) hat im Jahr 2019 intensive Vorbereitungen erfordert: Bis Ende 2027 rüstet Stadtwerk Winterthur aufgrund einer Bundesvorgabe mindestens 80 Prozent der Winterthurer Messeinrichtungen für Elektrizität mit Smart Metern aus. Diese Umstellung erfolgt im Rahmen der Energiestrategie 2050 und soll dazu beitragen, dass das Stromnetz weiterhin stabil bleibt. Bei der Umstellung werden auch die Fernwärmezähler sowie die Mehrheit der Gas- und Wasserzähler an die Smart Meter angeschlossen. So werden auch diese Zählerstände fernausgelesen. Smart Meter helfen, Schwankungen von Stromverbrauch und Stromproduktion im Netz zu erkennen. Demselben Ziel dient das auf Ende 2019 in Betrieb genommene Netzsimulationstool.

 

2019 hat Stadtwerk Winterthur in seinem Versorgungsgebiet fünfzehn neue Transformatorenstationen in Betrieb genommen. Diese hohe Zahl ist eine Folge der regen Bautätigkeit in der wachsenden Stadt Winterthur.

 

Winterthurer Privathaushalte und Betriebe mit kleinem Stromverbrauch profitieren ab Anfang 2020 von einem tieferen Grundpreis für ihren Strombezug. Die Tarife für elektrische Energie hingegen werden aufgrund höherer Preise an den europäischen Märkten und somit höheren Einkaufspreisen moderat angepasst. Betriebe mit hohem Stromverbrauch müssen deshalb trotz stabiler Netznutzungstarife mit Mehrkosten rechnen.

 

Im Herbst 2019 hat der Stadtrat beschlossen, dass Stadtwerk Winterthur ab dem 1. Januar 2020 das Produkt E-Strom.Grau zur Erreichung der energiepolitischen Ziele nicht mehr anbieten wird. Neu liefert Stadtwerk Winterthur in der Grundversorgung nur Strom aus der Kehrichtverwertung und aus erneuerbaren Energiequellen. Zur Absicherung des von der Kundschaft bestellten hohen Anteils an Strom aus Wasserkraft hat Stadtwerk Winterthur einen über zwanzig Jahre laufenden Liefervertrag mit dem Tessiner Energieversorger Azienda Elettrica Ticinese (AET) unterzeichnet. Er umfasst eine jährliche Lieferung von 50 Mio. Kilowattstunden Schweizer Wasserkraftstrom.

Kennzahlen Strom

Durchgeleitete Menge

520 Mio. kWh

 

Umsatz

103 Mio. CHF

 

Investitionen

22 Mio. CHF

Gas

Im Zuge der Klimadiskussion werden die fossilen Energieträger vermehrt infrage gestellt. So verlangt eine Motion des Grossen Gemeinderats von Winterthur, dass die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 auf netto Null Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr gesenkt werden. Zudem verlangt ein Postulat einen Bericht über den möglichen Ausstieg aus der fossilen Erdgasversorgung. Auf Bundesebene ist eine Verschärfung des CO2-Gesetzes in Diskussion. Auch auf kantonaler Ebene stehen Änderungen des Energiegesetzes an.

 

Als Gasversorger ist Stadtwerk Winterthur von diesen Entwicklungen stark betroffen, denn rund die Hälfte des Winterthurer Wärmebedarfs wird durch Gas gedeckt. Ob klimaneutrale Gase wie Biogas rechtzeitig, im nötigen Umfang und zu vertretbaren Preisen zur Verfügung stehen werden, ist ungewiss. Stadtwerk Winterthur wird die politischen Entwicklungen weiter verfolgen und die Strategie im Wärmebereich entsprechend ausrichten.

 

Der Stadtrat hat 2019 beschlossen, dass Stadtwerk Winterthur ab April 2020 kein reines Erdgas mehr liefern wird: Das Gasprodukt E-Gas.Grau fällt weg. Dieses besteht zu 100 Prozent aus Erdgas, das nicht CO2-kompensiert ist. Neu werden sämtliche Gasprodukte aus Biogas und CO2-kompensiertem Erdgas in unterschiedlichen Anteilen zusammengesetzt sein. Bei der CO2-Kompensation kauft Stadtwerk Winterthur Zertifikate, die das Label Gold Standard tragen. Dieses Gütesiegel ist der strengste existierende Standard für Klimaschutzprojekte.

 

Da die Nachfrage nach Schweizer Biogas bei gleichbleibender Produktion stark zugenommen hat, ist der Einkaufspreis deutlich gestiegen. Stadtwerk Winterthur ist es jedoch ein Anliegen, seiner Kundschaft Biogas zu vertretbaren Preisen anzubieten. Aus diesem Grund wird sich der Anteil Biogas aus der EU gegenüber dem Anteil Biogas aus der Schweiz in den Gasprodukten von Stadtwerk Winterthur künftig erhöhen.

 

Bei den Gastarifen hat die Kundschaft 2019 einen Bonus von 2,3 Prozent erhalten – ähnlich wie 2018. Dies ist dank einer erfolgreichen Einkaufsstrategie und der Preisentwicklung an den globalen Märkten möglich gewesen. Dieser Bonus wird 2020 nicht mehr gewährt, die Gastarife bleiben dieselben.

 

Die Witterung war 2019 etwas kühler als 2018. Die Anzahl Heizgradtage stieg deshalb leicht an und damit auch der Gasverbrauch.

Kennzahlen Gas

Durchgeleitete Menge

460 Mio. kWh

 

Umsatz

37 Mio. CHF

 

Investitionen

2 Mio. CHF

Fernwärme

Das Winterthurer Fernwärmenetz wird mit Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) versorgt. Wenn im Sommer der Heizwärmebedarf sehr viel niedriger ist als im Winter, wird die Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage zur vermehrten Stromproduktion genutzt.

 

2019 wurde das Fernwärmenetz dank dem Anschluss von 34 Objekten weiter verdichtet. Bestehende Öl- und Gasheizungen konnten so ersetzt werden. Die Verdichtung führte zusammen mit der gegenüber 2018 leicht kühleren Witterung zu einem Mehrabsatz von 7,1 Prozent.

 

Auf Anfang 2019 hat Stadtwerk Winterthur zum ersten Mal seit achtzehn Jahren die Fernwärmepreise angepasst. Während der Leistungspreis unverändert geblieben ist, hat sich der Arbeitspreis bei der Kundschaft um 11,4 Prozent erhöht. Der Grund dafür ist der gestiegene Ankaufspreis für die Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage. Dennoch bleibt Fernwärme eine ökonomisch sowie auch ökologisch attraktive Alternative zu Heizöl und Gas.

Kennzahlen Fernwärme

Absatzmenge

170 Mio. kWh

 

Umsatz

10 Mio. CHF

 

Investitionen

3 Mio. CHF

 

Angeschlossene Leistung

127 MW

 

Wasser

Das Winterthurer Trinkwasser ist von hoher Qualität. Das haben die 2019 entnommenen rund 700 Wasserproben bestätigt. Die gesetzlichen Werte werden eingehalten. Das Trinkwasser wird seit Mitte 2019 ausschliesslich aus dem Grundwasserstrom der Töss gewonnen. Es ist deshalb zentral, das Grundwasser vor Schadstoffen zu schützen. 2019 ist das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil besonders aktuell gewesen. Dessen Abbauprodukte hat die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde neu als möglicherweise gesundheitsgefährdend eingestuft. Im April 2019 hat die Europäische Union deshalb diesem Pestizid die Zulassung entzogen. In der Schweiz darf es seit Anfang 2020 nicht mehr verwendet werden.

 

Stadtwerk Winterthur hat bereits im Sommer 2019 erste Messungen durchgeführt und die Quellen (3 Prozent der Wasserversorgung) vorsorglich vom Netz genommen. Seither wird das Winterthurer Trinkwasser nur noch aus dem Tössgrundwasser gefördert. In diesem sind die Abbauprodukte Chlorothalonilsulfonsäure gar nicht und R471811 lediglich vereinzelt bzw. deutlich unter dem zulässigen Höchstwert nachgewiesen worden. Das Winterthurer Trinkwasser kann deshalb nach wie vor bedenkenlos konsumiert werden. Dazu beigetragen hat, dass sich ein Teil des Grundwasserschutzgebiets im Tösstal seit Jahrzehnten in städtischem Eigentum befindet und nicht landwirtschaftlich genutzt wird.

 

Es gibt aber Nachbargemeinden von Winterthur, die zu hohe Konzentrationen der Abbauprodukte des Pflanzenschutzmittels in ihrem Grundwasser haben. Diese Gemeinden haben deshalb ab Mitte 2019 ihr Trinkwasser vollständig von Winterthur bezogen, während sie früher etwa zur Hälfte eigenes Grundwasser verwendet haben.

 

Die Wassertarife sind 2019 unverändert geblieben. Unter den zehn grössten Wasserversorgern der Schweiz ist Stadtwerk Winterthur weiterhin der preislich attraktivste.

 

Beim Reservoir Waldhof auf dem Brühlberg wird im Februar 2020 mit dem Ersatz der Werkleitungen begonnen. Die Vorbereitungsarbeiten dazu sind im Jahr 2019 erfolgt.

Kennzahlen Wasser

Absatzmenge

12 Mio. m3

 

Umsatz

16 Mio. CHF

 

Investitionen

7 Mio. CHF

Telekom

Die Glasfasererschliessung von Winterthur ist praktisch vollendet. 2019 sind nochmals 1500 Nutzungseinheiten (Wohnungen oder Geschäfte) hinzugekommen. Ende 2019 sind 98 Prozent des definierten Glasfasergebiets erschlossen. Der Fokus von Stadtwerk Winterthur liegt nun darauf, den Vertrieb zu optimieren und die Bestellungen noch effizienter abzuwickeln. Um diese Ziele zu erreichen, setzt Stadtwerk Winterthur auf eine verstärkte Automatisierung des Bestellwesens.

 

Als Netzbetreiber stellt Stadtwerk Winterthur das Glasfasernetz diversen Serviceprovidern zur Verfügung. Zur besseren Vermarktung hat Stadtwerk Winterthur im November 2019 gemeinsam mit vier Serviceprovidern das Angebot «Try & Buy» lanciert: Potenzielle Kundinnen und Kunden können ein Abonnement dieser regionalen Serviceprovider einen Monat lang unverbindlich und kostenlos testen. Wenn sie sich für eines entscheiden, erhalten sie das gewählte Abonnement die ersten drei Monate geschenkt.

 

Im Rahmen des Rollouts von Smart Metern wurden 75 Transformatorenstationen mit einem Glasfaserendgerät ausgerüstet und – soweit noch nicht erfolgt – mit Glasfaser erschlossen. So werden die von den Smart Metern gesammelten Energieverbrauchsdaten mittels Glasfaser an Stadtwerk Winterthur übermittelt.

Kennzahlen Telekom

Umsatz

6 Mio. CHF

 

Investitionen

6 Mio. CHF

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Entsorgung

Kehrichtverwertung

Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) war im Jahr 2019 sehr gut ausgelastet. Gleichzeitig wies sie eine sehr hohe Verfügbarkeit auf und war praktisch ununterbrochen in Betrieb. Ein Sorgenpunkt war allerdings der Ausfall einer der zwei Krananlagen im April. Glücklicherweise hielt der verbleibende Kran der Belastung durch den mehrmonatigen Dauerbetrieb stand. Im September wurde die notwendige neue Laufkatze für den Kran geliefert, sodass ab dann wieder beide Kräne einsatzbereit waren. Die Kräne sind für den Betrieb der Kehrichtverwertungsanlage entscheidend, da ohne sie kein Abfall angenommen werden kann.

 

Leider wurden auch im Berichtsjahr immer wieder Störstoffe wie Stahlträger oder Fässer angeliefert, die trotz Kontrollen in die Verbrennung gelangten. Dort blockierten sie die Anlage im Entschlacker und führten zu einer temporären Abschaltung der betroffenen Verbrennungslinie.

 

Die Verbrennungslinie 2 und die Abwasserbehandlungsanlage der KVA werden ca. 2025 das Ende ihrer technischen Lebensdauer von rund dreissig Jahren erreichen. Deswegen ist ein Ersatz notwendig. Anfang 2019 hat der Grosse Gemeinderat den Kredit für eine Vorstudie gesprochen. Diese dürfte im Frühling 2020 abgeschlossen sein.

 

Tendenziell nehmen im Kanton Zürich die Abfallmengen zu. Der Anstieg ist auf das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Die Abfallplanung des Kantons geht zudem davon aus, dass vermehrt Gebäude saniert oder durch Neubauten ersetzt werden. Dadurch entstehen mehr brennbare Bauabfälle.

Kennzahlen Kehrichtverwertung

Verwertete Abfallmenge

201 000 Tonnen

 

Umsatz

35 Mio. CHF

 

Investitionen

0 Mio. CHF

 

 

Abwasserreinigung

Die Winterthurer Abwasserreinigungsanlage (ARA) hat im Jahr 2019 ordnungsgemäss gearbeitet und ihre Reinigungsleistung erbracht. Dies obwohl grössere Arbeiten gleichzeitig im Gange gewesen sind. Beispielsweise ist der Faulturm 2 nach über dreissig Jahren Betriebszeit erstmals saniert worden. Damit verfügt die Anlage zum ersten Mal über zwei langfristig einsatzfähige Faultürme. Das verringert das Betriebsrisiko.

 

Das eidgenössische Gewässerschutzgesetz verlangt, dass grosse Abwasserreinigungsanlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroverunreinigungen ausgerüstet werden. Dies sind Stoffe, die in kleinsten Mengen eine Wirkung auf Lebewesen haben. Beispiele sind Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Medikamenten, Duft- und Geschmacksstoffen sowie Reste von Farben und Lacken. Verbleiben solche Stoffe im gereinigten Abwasser, sind sie für die Natur schädlich. Deshalb läuft bei der Winterthurer Abwasserreinigungsanlage ein Projekt zum Einbau einer fünften Reinigungsstufe. Dieses Projekt ist mit dem notwendigen Ersatz der biologischen Stufe Ost und der Filtration kombiniert. Hierzu ist 2019 ein erweitertes Vorprojekt gelaufen.

 

Langfristig geht es darum, die Abwasserreinigungsanlage auf permanente Erneuerung umzustellen. Künftig wird die ARA über vier Verfahrensketten verfügen. Jede Kette besteht wiederum aus fünf Reinigungsstufen. Muss eine repariert oder saniert werden, halten die anderen drei den Betrieb aufrecht. So werden die Sanierungsarbeiten und die anfallenden Kosten gleichmässiger verteilt.

 

Sechs Gemeinden und die Stadt Winterthur haben die gemeinsame Anstalt «Regionale Abwasserentsorgung Tösstal» gegründet. Im Mai 2019 haben die Winterthurer Stimmberechtigen dies klar befürwortet. Ziel ist es, das Grundwasser besser zu schützen, indem ab etwa 2035 das Abwasser des oberen Tösstals zur Winterthurer Abwasserreinigungsanlage geführt wird. Diese ist so ausgelegt, dass sie das zusätzlich anfallende Abwasser ohne Erweiterung verarbeiten kann.

Kennzahlen Abwasserreinigung

Abwasserdurchfluss

18 Mio. m3

 

Frischschlamm

123 000 m3

 

Umsatz

14 Mio. CHF

 

Investitionen

3 Mio. CHF

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Dienstleistung

Energieberatung

Im Jahr 2019 hat die Nachfrage von Privatpersonen nach Energieberatungen um über 50 Prozent zugenommen. Dazu beigetragen hat zum einen eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung im Februar zu den Themen Gebäudesanierung und Heizungsersatz. Zum andern haben die angekündigten «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich» (MuKEn) zur Aktualität der Thematik beigetragen und das Bedürfnis nach Information geweckt. Die MuKEn sollen dereinst ins Energiegesetz des Kantons Zürich einfliessen. Stark zugenommen haben unter anderem Beratungen zur Kombination von Fotovoltaikanlagen mit Batteriespeichern, mit Wärmepumpenheizungen und mit Elektrofahrzeugen. Die Beratungen für GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone) haben sich 2019 verdoppelt: Dieses Bewertungs- und Beratungsinstrument für Gebäude dokumentiert einerseits den Ist-Zustand von Wohngebäuden wie eine Energieetikette. Anderseits zeigt der Gebäudeenergieausweis bis zu drei auf das Gebäude zugeschnittene Varianten zur energetischen Modernisierung auf.

 

Die Nachfrage der Geschäftskundschaft nach Energieberatungen ist 2019 stabil geblieben. Im Vordergrund haben Beratungen von Grossverbrauchern gestanden. Solche Unternehmen müssen im Kanton Zürich eine Energieanalyse durchführen. Daraufhin können sie zu Massnahmen verpflichtet werden oder sie schliessen mit der kantonalen Baudirektion eine Zielvereinbarung ab. Ziel ist die Steigerung der Energieeffizienz über einen Zeitraum von zehn bis zwanzig Jahren.

Förderprogramm Energie Winterthur

Mit finanziellen Beiträgen für verschiedene Massnahmen unterstützt das Förderprogramm Energie Winterthur die Eigentümerschaft von Immobilien. Zugenommen haben 2019 die Gesuche zur Förderung von Ladestationen für Autos mit Elektroantrieb.

 

Beim Heizungsersatz ist die Summe der gesprochenen Fördergelder im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, obwohl die Anzahl Gesuche etwa gleich geblieben ist. Der Grund liegt darin, dass diverse grössere Heizanlagen gefördert worden sind. Die MuKEn haben offenbar eine vorauseilende Wirkung: Obwohl sie noch nicht in Kraft sind, setzen Eigentümerinnen und Eigentümer vermehrt Systeme ein, welche die erwarteten künftigen Anforderungen erfüllen. Generell ist zu beobachten, dass die Bedeutung des Klimawandels stärker ins Bewusstsein gerückt ist und die Bereitschaft erhöht hat, von fossil betriebenen Heizungen (Öl und Gas) wegzukommen.

Kennzahlen Förderprogramm Energie Winterthur

Gesprochene Förderbeiträge

1,2 Mio. CHF

Klimafonds Stadtwerk Winterthur

Eines der Ziele des Klimafonds Stadtwerk Winterthur ist es, den CO2-Ausstoss in der Region Winterthur zu senken. Finanziert wird der Fonds von rund 3000 Gönnerinnen und Gönnern über eine freiwillige Abgabe von 2 Rappen pro Kilowattstunde bezogenen Stroms. Eine wichtige Funktion des Fonds ist die Anschubfinanzierung geeigneter Projekte. Ein gelungenes Beispiel ist die Unterstützung eines Verfahrens, mit dem sich aus Restholz, Rinde oder Gärresten mithilfe eines Pyrolyseprozesses Pflanzenkohle herstellen lässt. Das frei werdende Gas wird in Strom und Wärme umgewandelt. Die Pflanzenkohle lässt sich als Torfersatz einsetzen. Die finanzielle Unterstützung des Projekts mit 175 000 Franken ist 2016 erfolgt. Drei Jahre später läuft nun eine industriell gefertigte Testanlage beim

Gemüsebaubetrieb Gerber Bio Greens AG in Fehraltorf. Die Anlage entzieht der Atmosphäre jährlich 1262 Tonnen CO2 (400 g CO2 pro Kilowattstunde Nutzenergie).

 

2019 hat der Klimafonds Stadtwerk Winterthur neun Projekteingaben geprüft. Vier davon haben eine Förderzusage erhalten, darunter eine Software, welche die komplexen Prozesse von Biomasse- und Holzvergasungsanlagen simuliert. Sie dient der Planung neuer und der Optimierung bestehender Biomasse- und Holzvergasungsanlagen.

 

Detaillierte Informationen zum Fonds finden Sie im Auszug Klimafonds Stadtwerk Winterthur.

Kennzahlen Klimafonds Stadtwerk Winterthur

Gesprochene Förderbeiträge

93 000 CHF

 

Gönnerinnen und Gönner

2936 Anzahl

Kundendienst

Der Kundendienst von Stadtwerk Winterthur wurde 2019 erneut stärker genutzt: Die Anzahl Anfragen – telefonisch, per E-Mail oder persönlich – hat sich um 8 Prozent erhöht. Dazu beigetragen hat der Entscheid des Winterthurer Stadtrats, ab 2020 das Produkt E-Strom.Grau nicht mehr anzubieten und jenen, die sich nicht melden, stattdessen E-Strom.Bronze zu liefern. Zahlreiche Kundinnen und Kunden haben die Gelegenheit genutzt und auf ein anderes Stromprodukt gewechselt.

 

Des Weiteren hat Stadtwerk Winterthur den Inkassoprozess angepasst. Er ist insbesondere im Mahnwesen effizienter und persönlicher geworden. Bei jenen Kundinnen und Kunden, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen, wird seltener ein aufwendiges Betreibungsverfahren eingeleitet. Stattdessen wird die Stromlieferung unterbrochen, sofern die vorangehenden Massnahmen nicht gegriffen haben. Zuvor jedoch prüft Stadtwerk Winterthur sorgfältig, ob diese letzte Massnahme verhältnismässig ist. Es wird versucht, mit der Kundschaft eine weniger einschneidende Lösung zu finden.

Kennzahlen Kundendienst

Kundenkontakte Empfang und Kundendienst

93 374 Anzahl

Energie-Contracting und Haustechnik

Energie beziehen, ohne sich um die Energieanlage kümmern zu müssen: Dank Energie-Contracting ist diese kundenfreundliche Lösung möglich. Stadtwerk Winterthur bietet diese Dienstleistung seit 2000 in Winterthur und der Region an. Realisiert werden vor allem Projekte, die den Verbrauch fossiler Energieträger reduzieren. Das Prinzip: Als Contractor plant, finanziert, baut und betreibt Stadtwerk Winterthur die Heizanlage und liefert der Kundschaft die gewünschte Wärme zu einem vorab definierten Preis. Auf Kundenwunsch können Bau und Finanzierung durch die Kundschaft erfolgen.

 

Um der Kundschaft vermehrt Leistungen aus einer Hand anbieten zu können, hat Stadtwerk Winterthur 2019 die Haustechnikleistungen organisatorisch mit dem Geschäftsfeld Energie-Contracting zusammengeführt. So lassen sich massgeschneiderte Energielösungen für kleine, mittlere und grosse Anlagen realisieren. Dazu gehören neben Wärme- und Kälteanlagen auch Solarstromanlagen. Bei diesem Fotovoltaik-Contracting übernimmt Stadtwerk Winterthur Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb der Anlage. Stadtwerk Winterthur nutzt oder vertreibt für die Hauseigentümerschaft den Solarstrom in einer für beide Seiten attraktiven Lösung. Stadtwerk Winterthur betreibt mehrere Quartierwärmeverbunde (QWV). Beim QWV Waser in Winterthur-Seen ist 2019 der private Nahwärmeverbund Büelhof gekauft und angeschlossen worden, statt die bestehende Gasheizung zu sanieren. Deshalb ist die Heizzentrale Waser mit einem weiteren Heizkessel von 2000 Kilowatt ergänzt worden. Die Wärme wird mit lokal erzeugten Holzschnitzeln produziert.

 

Weiterhin im Bau befindet sich das 2017 gewonnene Anlagen-Contracting in Dübendorf – ein sehr umfangreiches und anspruchsvolles Projekt in einer grossen Überbauung mit Wohn- und Gewerbeeinheiten.

 

Alle wesentlichen Energie-Contracting-Anlagen von Stadtwerk Winterthur werden fernüberwacht. Das dafür eingesetzte Leitsystem ist 2019 durch eine leistungsfähigere Anlage ersetzt worden.

Kennzahlen Energie-Contracting

Umsatz

11 Mio. CHF

 

Investitionen

4 Mio. CHF

Kennzahlen Haustechnik

Umsatz

3 Mio. CHF

 

Piketteinsätze

259 Anzahl

Öffentliche Beleuchtung

Die Umrüstung der während Jahrzehnten für die öffentliche Beleuchtung genutzten Natriumdampflampen auf energieeffizientere und langlebigere Leuchtdioden (LED) ging auch 2019 weiter. Ende Jahr waren rund 35 Prozent der Strassenleuchten mit LED bestückt.

 

Ein weiterer Vorteil von LED ist, dass sie dimmbar sind. So kann die Beleuchtungsstärke zeit- oder verkehrsabhängig reduziert oder angehoben werden. Dies senkt den Stromverbrauch weiter und ermöglicht es gleichzeitig, die Lichtverschmutzung zu reduzieren. In mehreren Winterthurer Quartieren sind LED-Strassenleuchten mit Bewegungsmeldern im Einsatz, welche die Helligkeit steuern. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind überwiegend positiv.

 

Das Lichtspiel im Eulachpark in Oberwinterthur ist 2019 saniert worden. Nun sind alle 61 Lichtkugeln wieder funktionsfähig. Dank einer neuen Generation von LED-Lampen fällt der Stromverbrauch noch tiefer aus.

Kennzahlen Öffentliche Beleuchtung

Leuchtstellen

11 183 Anzahl

 

Investitionen

2 Mio. CHF

 

Energieverbrauch

3 Mio. kWh

 

Bild Legende:

Information und Sensibilisierung

Die 2019 gestartete Einführung intelligenter Stromzähler (Smart Meter) ist Teil eines Grossprojekts, das bei der Bevölkerung verschiedene Fragen aufwirft. Deshalb begleitet Stadtwerk Winterthur das Projekt mit umfangreichen Kommunikationsmassnahmen.

 

Ein weiteres Thema, das 2019 nach einer intensiven Kommunikation verlangt hat, ist das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil. Dessen Abbauprodukte sind an verschiedenen Orten in der Schweiz im Grundwasser festgestellt worden. Auch 2020 werden die Themen Pestizide und Trinkwasserschutz aktuell bleiben, weil dazu unter anderem zwei eidgenössische Initiativen hängig sind. Entsprechend gross ist das Interesse von Bevölkerung und Medien.

 

Der internen Kommunikation galt 2019 ein besonderes Augenmerk. Organisatorische Änderungen in den Bereichen Messwesen, Haustechnik und Energie-Contracting  wurden durch Massnahmen der internen Kommunikation eng begleitet. Zudem lancierte die Stadt Winterthur im Mai 2019 ihr neues Intranet. Dadurch erhielt auch Stadtwerk Winterthur einen neuen internen Auftritt.

 

2019 führte Stadtwerk Winterthur erstmals den Anlass «Kontext» für Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung durch. Er gewährte einen vertieften Einblick in Stadtwerk Winterthur. Ziel ist es, das Verständnis für die gegenwärtigen Umbrüche in der Energie- und der Entsorgungsbranche zu fördern. Dieser Anlass soll in Zukunft jährlich durchgeführt werden.

Kennzahlen Information und Sensibilisierung

Führungen

136

 

Teilnehmende

1965

Finanzinformation

Erfolgsrechnung

2019

in 1000 CHF

2018

in 1000 CHF

Total Betriebsertrag 242 661 234 530
Total Betriebsaufwand -225 879 -222 777
Ergebnis vor Vergütungen 36 155 29 300
Unternehmensgewinn 24 750

17 885

Bilanz

31.12.2019

in 1000 CHF

31.12.2018

in 1000 CHF

Aktiven
Umlaufvermögen 78 050 72 397
Anlagevermögen 969 637

969 482

Total Aktiven 1 047 687 1 041 879
Passiven
Fremdkapital 253 339 272 281
Eigenkapital 794 348 769 598
Total Passiven 1 047 687 1 041 879

Detaillierte Informationen zu Erfolgsrechnung und Bilanz finden Sie im Auszug Finanzinformation.

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Zahlen und Fakten

Detaillierte Informationen zu Zahlen und Fakten finden Sie im Auszug Zahlen und Fakten.

Das Jahr in Kürze

  • Am 31. Januar und am 1. Februar führt Stadtwerk Winterthur Rettungsübungen durch. Sie finden im Unterwerk Tössfeld und in der Transformatorenstation Burgstrasse statt. Die Feuerwehr von Schutz und Intervention Winterthur unterstützt die Übungen und nutzt sie für eigene Ausbildungszwecke.
  • Anlässlich des UNO-Weltwassertags macht Stadtwerk Winterthur am 22. März mit einer Standaktion im Untertor auf die hohe Qualität des Winterthurer Trinkwassers aufmerksam. Fachleute informieren über die Abwasserreinigung sowie die Wasserversorgung und sensibilisieren für den verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien in Haus und Garten.
  • Am 15. April veröffentlicht Stadtwerk Winterthur die Geschäftszahlen 2018 – ein solides finanzielles Resultat. Der Betriebsertrag beläuft sich auf 235 Millionen Franken. Nach Abzug des Beitrags von 11,4 Millionen Franken an den steuerfinanzierten Haushalt der Stadt Winterthur resultiert ein Gewinn von knapp 18 Millionen Franken.
  • Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickelt Stadtwerk Winterthur eine Dienstleistung, bei der die Blockchain-Technologie angewendet wird. Sechs Haushalte in Winterthur nutzen Solarstrom, der auf den Dächern der jeweiligen Wohngebäude produziert wird. Stadtwerk Winterthur prüft die automatisierte Vertragsverwaltung sowie die Verrechnung mit der Blockchain-Technologie.
  • Bei Aushubarbeiten in Wülflingen beschädigt am 27. Mai ein Bagger eine Gasleitung. Dank dem raschen Handeln des Baggerführers – Abdecken des Lecks mit der Baggerschaufel – kann der Gasaustritt minimiert werden. Für Mensch und Tier besteht zu keiner Zeit Gefahr. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

 

  • Ende Juni informiert Stadtwerk Winterthur über das Projekt «Smart Meter Rollout». Bis Ende 2027 müssen in Winterthur gemäss Bundesvorgabe 80 Prozent der herkömmlichen Stromzähler durch intelligente Messeinrichtungen, sogenannte Smart Meter, ersetzt werden. Der Startschuss für die flächendeckende Einführung erfolgt nach einer automatisierten Planung. Sie berücksichtigt etwa die Eichfristen oder die Standorte der Liegenschaften. Das optimiert Fahrwege und Kosten.

  • Am 15. Juli beginnen die Bauarbeiten für den Ersatz einer sanierungsbedürftigen Wasserleitung in der Kasinostrasse. Um das Gewerbe möglichst wenig einzuschränken, erfolgen die Arbeiten während den Sommerferien.
  • Erneuerbarer Strom ist bei der Winterthurer Kundschaft beliebt. Deshalb hat Stadtwerk Winterthur im Juli einen langfristigen Liefervertrag mit der Azienda Elettrica Ticinese (AET) abgeschlossen: Während 20 Jahren liefert AET Strom aus einheimischer Wasserkraft. Das langfristige Engagement steht im Einklang mit den Zielen der Energiestrategie 2050 und somit den energiepolitischen Zielen der Stadt Winterthur.
  • Im August lässt Stadtwerk Winterthur das Winterthurer Trinkwasser auf Abbaustoffe des Pestizids Chlorothalonil untersuchen. Mit Ausnahme zweier Quellen sind die Werte sehr gut. Die beiden Quellen hatte Stadtwerk Winterthur bereits zuvor, bei Bekanntwerden der Problematik um das Pestizid, vom Netz genommen.
  • Der Verein «Energie bewegt Winterthur » soll jährlich einen wiederkehrenden Beitrag von maximal 100 000 Franken aus dem Förderprogramm Energie Winterthur erhalten. Das beschliesst der Stadtrat im August. Mit dem Beitrag soll der Verein Aktivitäten zur Sensibilisierung von Unternehmen und der Bevölkerung rund ums Thema effiziente Energienutzung durchführen. Diese Massnahme ist im Sinne der energiepolitischen Ziele der Stadt Winterthur. Der jährlich wiederkehrende finanzielle Beitrag wird kompetenzgemäss dem Winterthurer Parlament zur Genehmigung unterbreitet.
  • Ende August beschliesst der Stadtrat ie Stromtarife 2020 und den Wegfall des nicht erneuerbaren Produkts E-Strom.Grau. Privathaushalte und kleine KMU profitieren von einem tieferen Grundpreis. Grossverbraucher müssen trotz stabiler Netznutzungstarife mit Mehrkosten rechnen. Gestiegene Preise für elektrische Energie an den europäischen Märkten sind der Grund dafür.

 

  • Am 13. September vergibt der Klimafonds Stadtwerk Winterthur 27 500 Franken für zwei Projekte. 20 000 Franken erhält die Designwerk Products AG für die Datenauswertung eines neu entwickelten Schnellladegeräts. Die Agentur Reizvoll GmbH schafft mit den erhaltenen 7500 Franken zwei effiziente, stromerzeugende Fahrräder für CO2-Workshops mit Jugendlichen an.

 

  • 2020 soll Stadtwerk Winterthur 10,9 Millionen Franken an den steuerfinanzierten Haushalt der Stadt Winterthur vergüten. Ende Oktober überweist der Stadtrat einen entsprechenden Antrag an den Grossen Gemeinderat.

 

  • Am 5. Dezember brennt es im Bunker der Kehrichtverwertungsanlage. Die Feuerwehr von Schutz und Intervention Winterthur löscht den Brand innert 20 Stunden. Während dieser Zeit können keine Anlieferungen erfolgen.
  • Die Firma New Energy Scout erhält im Dezember vom Klimafonds Stadtwerk Winterthur 40 000 Franken für den Feldtest eines Solarzauns. Teil des Tests ist die wissenschaftliche Begleitung durch die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).
  • Mitte Dezember beschliesst der Winterthurer Stadtrat die neuen Gastarife 2020. Sie bleiben in Winterthur stabil. Der 2019 gewährte Bonus entfällt wie vorgesehen 2020. Ab April 2020 bietet Stadtwerk Winterthur nur noch Biogas und CO2-kompensiertes Erdgas an – das Produkt E-Gas.Grau fällt weg.  
  • 2019 ist der Faulturm 2 der Abwasserreinigungsanlage nach 30 Jahren Betriebszeit erstmals saniert worden. Zusätzlich eingebaute statische Elemente verbessern die Erdbebensicherheit. Ebenfalls ist an der Gebäudehülle gearbeitet worden. Neu sind auch die technischen Anlagen.
  • Kurz vor Weihnachten teilt der Stadtrat mit, dass auf städtischen Liegenschaften bis im Jahr 2025 rund 100 neue Fotovoltaikanlagen installiert werden sollen. Ihre Leistung soll sich auf rund 4000 Kilowattpeak belaufen, die erwartete Stromproduktion 3,8 Millionen Kilowattstunden betragen. Das Vorhaben kostet schätzungsweise 6,5 Millionen Franken. Finanziert werden soll es aus dem bestehenden Rahmenkredit von 90 Millionen Franken für erneuerbaren Strom. Davon stehen 20 Millionen Franken für Fotovoltaikanlagen zur Verfügung.